Sirui N-1004KX Kompaktstativ 

Darf's ein bisschen mehr sein? Das kleine und leicht Sirui Reisestativ T-025X habe ich euch ja schon vorgestellt. Aber manchmal reicht das einfach nicht. Gerade wenn die Kameras schwerer und größer sind oder ein fettes Teleobjektiv dran klemmt, ist mehr Stabilität gefordert. Da kommt man mit dem kleinen Carbon-Modell nicht weiter. Also heißt es eine Klasse nach oben zu gehen, auf das Sirui N-1004KX. Dazu gibt's den Kugelkopf K-10X. Wer danach sucht wird vermutlich nur die Stativvariante N-1004 oder N-1004X finden. Das ist sozusagen die Basis. Der Unterschied zwischen der normalen und X-Variante: Die Mittelsäule der X-Variante ist teilbar. Damit eignet sich dieses Stativ besser für bodennahe Makroaufnahmen – allerdings ist es rund 200 Gramm schwerer als die normale Variante. Ach ja: Wer noch mehr Gewicht sparen möchte greift zur Carbon-Ausführung. Dann nennst sich das Ganze N-1204 oder N-1204X. Und wenn wir schon mal beim Gewicht sind: Das N-1004 wiegt 1,2 Kilogramm, das N-1004X bringt 1,42 Kilogramm auf die Waage. In der Carbon-Variante N-1204 sind es dann genau ein Kilogramm und in der Ausführung N-1204X sind es 1,12 Kilogramm.

Fehlt noch der Kugelkopf K-10X mit der Wechselplatte TY-50. Alternativ gibt es noch eine Reihe anderer Kugelköpfe, die sich mit dem Stativ kombinieren lassen. Aber der K-10X ist eine gute Kombination aus geringem Gewicht von rund 350 Gramm und hoher Tragfähigkeit. Zudem ist die Kugel groß genug, um auch große und schwere Kameras präzise zu positionieren.

Nun noch ein paar mehr Fakten zu dem Stativ. Zusammengelegt misst das Stativ inklusive Kugelkopf 47 Zentimeter. Der Umfang an der stärksten Stelle beträgt 33 Zentimeter. Wie beim kleinen Reisestativ ist die Mittelsäule von den drei Beinen umschlossen. Sprich die drei Beine müssen rund 160 Grad geschwenkt werden, um sie in die Startposition zu bringen. Beim Umklappen merkt man wieder die hochwertige Verarbeitung – die Rasten schnappen satt ein. In der Grundposition erreicht das Stativ eine Höhe von 87 Zentimeter. Die Mittelsäule kann nun noch runter gefahren werden und erreicht dann kanpp 60 Zentimeter. Nun geht's ans Ausfahren der Beine – drei Segmente lassen sich per Drehschnellverschluss rausschieben. Und um zu sehen, wie lange der komplette Aufbau dauert, nun erst mal alles wieder zusammenlegen. Die Stoppuhr bleibt bei 31 Sekunden stehen und das Stativ hat seine Maximalhöhe erreicht. Und die beträgt ziemlich genau 170 Zentimeter inklusive Kugelkopf. Voll ausgefahren macht es einen sehr soliden und stabilen Eindruck. Unter dem Mittelrohr befindet sich ein Haken, an den die Fototasche zum Stabilisieren angehängt werden kann. Jetzt erst mal die Kamera drauf: Eine 650D mit Akkugriff und 17-40er L-Objektiv. Das Ganze bringt gut .... auf die Waage.

Die Schnellspannplatte ist durch einen kleinen Stift gegen Herausrutschen gesichert. Anders als beim kleinen Stativ kann der Stift allerding mit einem kleinen Drücker entriegelt werden, so dass der Schnellspanner nicht komplett geöffnet werden muss. Klasse: Die Schraube der Schnellspannplatte ist mit einem kleinen Griff versehen, so dass man weder Münze noch Schraubenzieher braucht, um die Platte an der Kamera zu fixieren. Jetzt die Kamera auf den Kugelkopf und ausrichten. Die Feststellscharube des Kugelkopfes geht sehr feinfühlig, so dass sich die Friktion des Kugelkopfs sehr fein justieren lässt. Die Kamera kann so sehr präzise ausgerichtet werden. Eine Wasserwaage erleichtert das waagrechte Ausrichten der Kamera. Selbstverständlich hat der Kugelkopf eine Aussparung, um die Kamera ins Hochformat zu schwenken. Soweit so gut – hier gibt's nichts auszusetzen. Und: Stativ und Kugelkopf haben noch Luft nach oben, was das Gewicht anbelangt. Auch ein fettes Tele samt Vollformatknipse trägt das Stativ. Zu Info: Sirui gibt als maximale Tragkraft 12 Kilogramm an – wie immer ein wenig hochgegriffen, aber realistisch dürften es secht bis sieben Kilogramm sein.

Kommen wir nun zu den netten Spielereien. Die drei Beine lassen sich in den Winkeln 50 Grad und rund 85 Grad einrasten. Damit lassen sich alle Aufstellvarianten realisieren. Ob unebener Untergrund oder abgestützt an Wänden, für jede Situation ist man gerüstet. Und wie sieht's mit Makro aus? Gut, wenn man das Stativ mit der teilbaren Mittelsäule hat. Beine vollständig einfahren, auf 85-Grad-Stellung bringen und das Stativ geht in die Knie. Mit der verkürzten Mittelsäule kommt man dann bis auf .. Zentimeter runter. Schon ganz ordentlich. Reicht noch nicht? Na gut, die Beine wieder auf 50 Grad stellen, ein bisschen ausziehen und die Mittelsäule verkehrt herum einbauen. Das geht fix und bringt die Kamera bis auf bodenhöhe runter. Natürlich dann kopfüber. Also auch das geht problemlos. Ach ja und der Kugelkopf lässt sich natürlich auch im ganzen drehen, wobei ein Skala mit Gradeinteilung hilfreich ist, beispielsweise für Panorama-Aufnahmen.

Das war's schon? Wie? Reicht noch nicht? Na gut, einen haben wir noch und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eines der drei Beine lässt sich abschrauben und kann in Verbingung mit dem Kugelkopf als Einbeinstativ genutzt werden. Der Umbau geht in nicht mal ein Minute über die Bühne. Eine wirklich clevere Idee, die Sirui da hatte. In meinem Video zeige ich genau wie's geht und vor allem wie flott das Ganze geht.

Mit in der hochwertigen Verpackung ist eine stabile Nylontasche in der das Stativ samt Kugelkopf seinen Platz findet, die Tasche kann sowohl als Tragetasche als auch Schultertasche verwendet werden. Außerdem gibt's noch Imbusschlüssel und eine Handschlaufe fürs Einbeinstativ. 

Mehr zu den Funktionen des Sirui-Stativs
N-1004KX erfahrt ihr in meinem YouTube-Video.

Mein Fazit

Das Sirui-Kompaktstativ N1004KX mit dem Kugelkopf K-10X ist eine klasse Kombination. Wer sich's leisten kann, sollte die Carbon-Variante kaufen. Aber auch die Ausführung in Aluminium ist extrem praktisch und vielseitig einsetzbar. Die Verarbeitung ist sehr solide und hochwertig verarbeitet. Die Tragfähigkeit ist hoch und selbst Spiegelrelfexkameras mit fetten Optiken werden stabil gehalten. Die Verstellung der Beine geht flott und die Handhabung ist einfach. Die Höhe ist mit 170 Zentimeter ausreichend hoch. Und dank der teilbaren Mittelsäule, die zusätzlich kopfüber eingebaut werden kann, kannst du Makroaufnahmen bis runter auf bodenhöhe machen. Das Ganze wiegt rund 1,5 Kilogramm und ist damit nicht zu schwer. Zwei der Beine sind mit Neopren ummantelt. Sie lassen sich so auch bei Kälte angenehm anfassen, wird das Stativ über die Schulter getragen, so ist das Neopren ein wenig weicher und damit bequemer, als das blanke Rohr. Dazu gibt's ein praktisches Einbeinstativ – der Umbau geht ruck-zuck und eine Halteschlaufe ist auch dabei.

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