Zwei Outdoor-Kameras im Härte-Test

Gehört ihr zu den Fotografen, die auch bei Wind und Wetter gerne draußen sind? Die keine Angst vor Matsch und Modder haben? Mit dem Kajak durch die Einsamkeit paddeln oder mit dem Snowboard durch Tiefschnee surfen? Dann sind die beiden Kameras genau das Richtige für euch. Wenn ich mit dem Kajak über die Alster paddel, trau ich mich nicht, eine teure Kompaktkamera mitzunehmen. Klar es gibt Plastiktüten, in die ich die Knipse packen kann, aber das Wahre ist das auch nicht. Also habe ich geschaut, was der Markt an Outdoor-Kameras so bietet. Da ich schon bei anderen Kameras die GPS-Funktion für die Standortbestimmung zu schätzen gelernt habe, sollten die Outdoor-Kameras auch damit ausgestattet sein. Zwei der beliebtesten Modelle sind die Nikon Coolpix AW100 und die Olympus Tough TG-1. Dabei ist die Olympus erst seit Mitte 2012 auf dem Markt und das Top-Modell der Outdoor-Kameras bei Olympus und die Nikon schon seit Ende 2011 im Handel. Klar gibt es auch noch andere Modelle mit GPS wie die Canon PowerShot D20, die Pentax Optio WG-2 GPS, die Panasonic Lumix DMC-FT4 und die Fujifilm Finepix XP50, aber die verkaufen sich laut Amazon-Ranking lange nicht so gut wie die beiden hier getesteten Modelle. Außerdem hat die Olympus noch ein paar nette Gimmicks, die sie einzigartig macht – dazu später mehr. 

Da ich die beiden Outdoor-Kameras schon während des Live-Tests der drei Edelknipsen dabei hatte, konnte ich am Meer schon mal ein paar Tests machen. Aber nun der Reihe nach. So sehen die beiden Kameras aus.

Eine kurze Vorstellung der beiden Kameras gibt's zusätzlich in bewegten Bildern:

Video zur Olympus Tough TG-1

Video zur Nikon Coolpix AW100

Vergleich der beiden Outdoor-Kameras

Nach der Vorstellung der beiden Kameras erst mal ein paar grundsätzliche Infos zu den Outdoor-Knipsen. Geht's zum Tauchen, kann man die Nikon bis zehn Meter und die Olympus bis zwölf Meter Wassertiefe mitnehmen. Aber auch wer der Unterwasserwelt nichts abgewinnen kann, muss nicht zimperlich mit den Kameras umgehen. Stürze aus einer Höhe von 1,5 Meter bei der Nikon und 2 Meter bei der Olympus überstehen die Knipsen ohne Blessuren. Und das, egal ob am Strand oder in den Bergen, egal, ob bei Hitze oder Kälte. Beide Kameras sollen auch bei -10 Grad Celsius noch dienstbereit sein. Ob's klappt wird der eiskalte Tiefkühltruhen-Test zeigen. 

Die Daten zum Objektiv gibt's in der folgenden Übersicht.

  Zoomfaktor Kürzeste Weitwinkel-brennweite Längste Tele-brennweite Ausgangsblende bei kürzester und längster Brennweite
Nikon Coolpix AW100 5fach 28 mm 140 mm f 3.9 - 4.8
Olympus Tough TG-1 4fach 25 mm 100 mm f 2.0 - 4.9

Die Brennweiten der Olympus lassen sich durch zwei Zusatzobjektive erweitern. Dem Telekonverter TCON-T01 (rund 140 Euro) mit einem Brennweiten-Verlängerungsfaktor von 1,7fach. Damit lassen sich die 100 Millimeter Tele-Brennweite auf 170 Millimeter erweitern. Außerdem gibt es ein Fischauge (Fisheye) FCON-T01 (rund 150 Euro), das die Brennweite auf 19 Millimeter erweitert und einen Blickwinkel von 130 Grad hat. Um die Konverter an der Kamera befestigen zu können, ist der Adapter CLA-T01 (33 Euro) erforderlich. Der lässt sich blitzschnell an der Kamera befestigen. Der Clou an der Sache: Beide Zusatzobjektive sind ebenfalls bis 12 Meter Tauchtiefe einsatzbereit!

 

Und wie sind die Unterschiede bei Gewicht und Größe? Der größte Unterschied ist das Gewicht. Während die Olympus 230 Gramm auf die Waage bringt, wiegt die Nikon rund 180 Gramm und ist damit 50 Gramm leichter. Das liegt wohl hauptsächlich am größeren und damit schwereren Objektiv, denn in den Abmessungen unterscheiden sich beide Kameras nur um wenige Millimeter: Die Olympus misst 112 x 67 x 29 Millimeter und die Nikon 110 x 65 x 23 Millimeter. Der Hauptunterschied liegt also in der Dicke der Kameras. Wobei das reine Gehäuse der Olympus auch nicht dicker ist als das der Nikon, die Griffleiste an der Kameravorderseite allerdings mit ein paar Millimeter mehr zu Buche schlägt. Ich nehme das gerne in Kauf, denn die Olympus liegt dadurch wesentlich besser und sicherer in der Hand, als die Nikon.

Soweit erst mal die Fakten – jetzt geht's ans Testen. 

Mein persönlicher Tipp: Abonniert meinen Newsletter! Dann bleibt ihr immer auf dem Laufenden – bei diesem Test und den nächsten Tests. Mit dem Newsletter verpasst ihr nichts und hier geht's zur Anmeldung.

 


Handhabung und Besonderheiten

Die erste Besonderheit der Outdoor-Kameras fängt beim Einlegen der Akkus an. Wie sämtliche Anschlüsse, Schalter, Drehräder und Klappen müssen auch die Batteriefächer gegen eindringendes Wasser und Staub geschützt sein. Und natürlich gegen versehentliches Öffnen. Bei normalen Kameras kann es ja schon mal passieren, dass das Batteriefach versehtlich aufgeht. Wenn einem das beim Segelausflug mit einer Outdoor-Kamera passiert, kann das schon das Ende der Knipse sein.

Damit ich bei der Nikon den Akku einlegen kann, muss ich einen Drehknopf am Batteriefach um eine viertel Drehung nach links drehen. Gesichert wird das Rädchen durch einen Knopf in seinem Zentrum, der gedrückt werden muss. So lange der nicht gedrückt ist, ist das Drehrad und damit das Akkufach verriegelt. In dem Fach befindet sich nicht nur der Einschub für den Akku, sondern auch der für die SD-Speicherkarte sowie ein Mini-HDMI- und USB-Anschluss. 

Um den Akku in die Olympus einlegen zu können, muss zunächst eine kleine Verriegelung am Akkufach gelöst werden. Anschließend wird das Fach mit einem weiteren Hebel entriegelt und ich kann es öffnen. Akku und SD-Speicherkarte lassen sich nun einlegen. Anders als bei der Nikon hat die Olympus noch eine zweite Klappe, hinter der sich ein Micro-HDMI- und USB-Anschluss befindet. Die Verriegelung der Klappe funktioniert genauso wie die des Akkufachs. Und wo ich schon beim Thema Akku bin: Der TG-1 liegt kein externes Akkuladegerät bei, sondern der Akku wird in der Kamera geladen. Auch hier der Unterschied zu Nikon: Der liegt ein externes Akkuladegerät bei. Warum das besser ist? Weil man einen zweiten Akku laden kann, während man den ersten in der Kamera leerknipst. Natürlich gibt es für die Olympus als Zubehör auch ein externes Akkuladegerät (UC-90, rund 70 Euro). Ein Original-Ersatzakku LI-90B kostet bei der Olympus übrigens rund 80 Euro, bei der Nikon der Akku EN-EL12 rund 40 Euro.

Nach jedem harten Outdoor-Gebrauch müssen die Kameras gründlich gereinigt werden. Besonders nach dem Kontakt mit Salzwasser ist das Abspülen mit Süßwasser Pflicht. Sämtliche Salzreste müssen schnellstmöglich runter, da sie sonst Dichtungen angreifen oder die Knöpfe "festbacken". Kleine Fugen und die Bereiche um die Bedienknöpfe lassen sich mit einer ausgedienten Zahnbürste prima reinigen. Dabei gehen auch Sandkörner raus oder andere Schmutzpartikel. Achtung: nie mit einem Lappen die trockene Kamera abrubbeln. Salzkristalle und Sandkörner können feine Kratzer auf dem Gehäuse oder Display hinterlassen. Nach dem gründlichen Waschgang kann man die Kameras vorsichtig mit einem weichen Tuch abtrocknen. 

 

 

Ganz wichtig: kontrolliert bei jedem Öffnen eines der Fächer die Dichtung besonders gründlich. Ein einziges Sandkorn kann dafür sorgen, dass beim Tauchgang dort Wasser eindringt. Die Dichtungen müssen vor dem Schließen absolut sauber sein. Zusätzlich empfehlen die Hersteller den regelmäßigen Austausch der Dichtungen, da die mit der Zeit porös werden. Die genauen Wechselintervallen stehen in den Bedienungsanleitungen.

 

 

In den Videos hatte ich ja schon einiges über die Handhabung der Kameras gesagt. Die Kameraoberfläche der Nikon ist recht glatt, eine Griffleiste an der Vorderseite gibt es nicht. Das Gehäuse der Olympus ist ebenfalls glatt, hat allerdings eine gut geformte Griffleiste an der Vorderseite. Die TG-1 fühlt sich in meiner Hand deutlich sicherer an. Während des Live-Tests der drei Edelknipsen hatte ich die Outdoor-Kameras ja schon dabei und habe sie dort auch mit Handschuhen bedient. Mein Griffgefühl hat sich dabei noch verstärkt. Die Nikon liegt mit Handschuhen einfach nicht so sicher in der Hand wie die Olympus. Und die hat noch einen zusätzlichen Pluspunkt: Die Tasten und Knöpfe sind etwas größer und griffiger wie die der Nikon. Selbst mit Handschuhen klappt die Bedienung der TG-1 ziemlich gut. Abgesehen davon, lassen sich die wichtigsten Funktionen der Kamera auch per Klopfzeichen aufs Gehäuse aktivieren. So können ISO-Empfindlchkeit, Makro-Funktion, Belichtungkorrektur, Serienbildfunktion und einige andere Sachen per Klopfen eingestellt werden. Und das geht richtig einfach, wenn man's erst mal verstanden hat, wie's geht.

Ein wesentlicher Unterschied bei der Bedienung fällt mir schnell auf: die Olympus hat zum Einstellen der Belichtungsprogramme das klassische Drehrad – auf der Kamerarückseite. Der Nikon fehlt das. Um die Belichtungsprogramme zu wählen, muss ich das grüne Kamerasymbol drücken und kann dann mit dem Vierwegeschalter zwischen Automatik, Smart-Porträt, Weichzeichung, Motiv-Programm (19 Szenen) und Einfachautomatik auswählen. Bei der Olympus kann ich über das Wahlrad zwischen Programm-Automatik, intelligenter Automatik, Wenig Licht, Super Sport, Motiv-Programm (23 Szenen), Magic-Filter und zwei benutzerdefinierten Einstellungen wählen. Bei den Magic-Filtern stehen zwölf zur Auswahl. Die sind ähnlich den Art-Filtern der Olympus PEN-Reihe. Beide Kameras lassen keine manuelle Einstellung von Blende und Belichtungszeit zu. Blenden- oder Zeitautomatik gibt es ebenfalls nicht. Mit beiden Kameras lassen sich Panoramaaufnahmen machen. Insgesamt bietet die Olympus mehr Motivprogramme und mit den Magic-Filtern eine schöne Möglichkeit, seine Fotos individuell zu gestalten.

Die Navigation in den Menüs finde ich bei beiden Kameras gut gelöst. Die einzelnen Menüpunkte sind verständlich und gut zu lesen. Bei der Olympus lassen sich zu den Menüpunkten Erklärungen am unteren Bildschirmrand einblenden. Wer also mal einen Punkt nicht versteht, dem kann geholfen werden.  

 


 

Bildqualität und ISO-Reihen

Wenn ich früher solche Outdoor-Kameras getestet habe, war ich von der Bildqualität meist sehr enttäuscht. Unscharfe und verrauschte Bilder waren nicht gerade eine große Freude. Speziell bei höher eingestellten ISO-Empfindlichkeiten sahen die Fotos ziemlich mau aus. Mal gespannt, was sich in den letzten Jahren getan hat.

Die Nikon hat sechs ISO-Empfindlichkeiten von ISO 125 bis ISO 3200. Die Olympus TG-1 hat noch eine Stufe mehr und geht von ISO 100 bis ISO 6400. Hier die Ergebnisse in den einzelnen ISO-Stufen.

Mit einem Klick auf das Vorschaubild werden die Aufnahmen in hoher Auflösung gezeigt. Die Bilder sind auf eine Größe von 1200 x 900 Pixel heruntergerechnet. Die ISO-Empfindlichkeiten stehen in der Bildunterschrift und gehen von ISO 125 beziehungsweise ISO 100  bis ISO 3200 beziehungsweise ISO 6400

 
  • Nikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900
  • Nikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900
  • Nikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900
  • Nikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900
  • Nikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900
  • Nikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900Nikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900
  • Olympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900Olympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900

Zur besseren Beurteilung habe ich von jeder Aufnahme einen Ausschnitt in der Größe 1200 x 900 Bildpunkten gemacht. So könnt ihr in der Originalauflösung selbst beurteilen, wie gut die Bildqualität in den einzelnen ISO-Stufen ist.

Mit einem Klick auf das Vorschaubild werden die Aufnahmen in hoher Auflösung gezeigt. Die Bilder sind ein Ausschnitt in Originalgröße von 1200 x 900 Pixel. Die ISO-Empfindlichkeiten stehen in der Bildunterschrift und gehen von ISO 125 beziehungsweise ISO 100  bis ISO 3200 beziehungsweise ISO 6400. 

 
  • Nikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (1) ISO 125 1200 x 900 Detail
  • Nikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (2) ISO 200 1200 x 900 Detail
  • Nikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (3) ISO 400 1200 x 900 Detail
  • Nikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (4) ISO 800 1200 x 900 Detail
  • Nikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (5) ISO 1600 1200 x 900 Detail
  • Nikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900 DetailNikon Coolpix AW100 (6) ISO 3200 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (1) ISO 100 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (2) ISO 200 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (3) ISO 400 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (4) ISO 800 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (5) ISO 1600 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (6) ISO 3200 1200 x 900 Detail
  • Olympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900 DetailOlympus Tough TG-1 (7) ISO 6400 1200 x 900 Detail
 

Bevor's ich die Aufnahmen beurteile, noch ein Wort zur Technik: in beiden Kameras arbeitet ein Sensor im 1/2,3 Zoll-Format. Das entspricht einer Größe von 6,2 x 4,6 Millimeter und einer Diagonale von 7,7 Millimetern. Der Unterschied zwischen den beiden Outdoorkameras: die Nikon hat 16 Megapixel, die Olympus 12 Megapixel. Theoretisch müsste da ein Unterschied sichtbar sein. Praktisch sehe ich kaum einen Unterschied. Bei niedrigster ISO-Einstellung von ISO 125 beziehungsweise ISO 100 zeigen beide Kameras gute Ergebnisse. Die Detailwiedergabe ist recht gut. Bei der Farbwiedergabe ist die Nikon etwas zurückhaltender. Die Aufnahmen sehen etwas flacher aus und scheinen auch weniger Kontrast zu haben. Dafür belichtet die Olympus bei zunehmender ISO-Empfindlichkeit etwas knapper – eine Belichtungskorrektur um eine knappe Blende ist daher empfehlenswert.

Bis ISO 400 sehen die Fotos von beiden Kameras noch recht gut aus. Klar, ein paar Details gehen verloren, aber insgesamt ist das Ergebnis durchaus auf einem guten Niveau. Ab ISO 800 lässt die Qualität allerdings dann doch nach. In der großen Ansicht fällt das noch nicht so auf, in der Detailansicht werden die Unterschiede jedoch klar. Feine Linien sind nicht mehr sichtbar und Strukturen, wie die Ziegelmauer, verschwinden. Feine Details, wie die Äste der Bäume, sind nicht mehr zu erkennen. Hier kommen die Kameras an ihre Grenzen. Noch deutlicher wird der Verlust der Details dann bei ISO 1600 und ISO 3200. In der Gesamtsicht mögen die Aufnahmen noch halbwegs gut aussehen, aber in der Detailansicht sind die Probleme deutlich sichtbar. Details gehen verloren und Bildstörungen (Rauschen) nehmen deutlich zu. So schön es ist, dass die Olympus mit ISO 6400 noch eine Empfindlichkeitsstufe mehr hat als die Nikon, zu gebrauchen sind die Ergebnisse allerdings kaum noch. Fast sämtliche Details sind verloren gegangen, starke Bildstörungen (Rauschen) sind sichtbar. Ich würde daher Aufnahmen mit einer ISO-Empfindlich von ISO 800 und mehr nicht empfehlen.

Insgesamt hat die Bildqualität der Outdoorkameras im Vergleich zu früher zugelegt. Aber: die Bildqualität einer guten Kompaktkamera ist immer noch besser, dafür sind die nicht so robust. Stellt sich die Frage, ob man mit einer Empfindlichkeit von ISO 400 auskommt. Ich meine: ja. In den meisten Fällen, in denen man draußen fotografiert, ist das Licht so, dass man nicht mehr als ISO 400 braucht. Geht man in die Tiefe des Wassers, so benötigt man sowieso zusätzliches Licht. Auch da sollte man mit ISO 400 auskommen – zur Not auch mal ISO 800. Die Alternative wäre eine gute Kompaktkamera mit einem Unterwassergehäuse. Allerdings schlägt das mit einem deutlich höheren Preis zu Buche. Für ein passendes Unterwassergehäuse berechnen die Hersteller zwischen 200 und 400 Euro – dazu kommt natürlich noch die gute Kompakte, die mit rund 200 bis 250 Eruo zu Buche schlägt. Die Dinger sind dann allerdings für den "einfachen" Outdoor-Einsatz auf der Ski-Piste oder im Kajak nicht zu gebrauchen, da sie extrem auftragen und unhandlich sind. Jeder muss daher selbst für sich festlegen, worauf er Wert legt.

Die Aufnahmen gibt es in voller Auflösung auf meiner Flickr-Seite.

Nikon Coolpix AW100: http://bit.ly/Nikon_Coolpix_AW100

Olympus Tough TG-1: http://bit.ly/Olympus_Tough_TG-1

 

Auslöseverzögerung und mehr

Gerade bei den Outdoorknipsen ist eine kurze Auslöseverzögerung wichtig. Denn häufig ist man ja mit den Dingern sportlich unterwegs und will Action fotografieren – ob beim Skifahren, Surfen am Strand oder Mountainbiken. Und da ist es extrem nervig, wenn der entscheidende Moment vorbei ist, weil die Kamera im Schneckentempo auslöst. Weder mit der Nikon noch der Olympus wird das allerdings passieren. Beide lösen extrem flott aus und fokussieren dabei präzise. 

Neben der Auslöseverzögerung spielt die Serienbildfunktion eine wichtige Rolle – denn Outdoor-Kamera = Action. Die lässt sich am besten mit der Serienbildfunktion einfangen. Bei der Olympus kann ich zwischen drei Geschwindigkeiten wählen, wobei nur eine in voller 12-Megapixel-Aufösung arbeitet. Dann macht die TG-1 gut vier Bilder pro Sekunde und das für rund 25 Bilder in Folge. Klasse, denn so geht mir garantiert nichts durch die Lappen. Reduziere ich die Auflösung auf bescheidene drei Megapixel, sprintet die Olympus mit 15 oder 60 Bilder pro Sekunde los und das für rund 100 Aufnahmen in Folge. Allerdings muss ich ehrlicherweise sagen, dass mit den 3-Megapixel-Bildern außer der Wiedergabe auf einem HD-Fernseher nicht viel mehr anzufangen ist. Nicht ganz so komfortabel ist die Serienbildfunktion der Nikon. Die macht in voller Auflösung gerade mal drei Aufnahmen in Folge, dann ist Schluss. Ok, die macht die Nikon auch in 0,4 Sekunden, was einer Geschwindigkeit von 7 Bilder pro Sekunde entspricht – aber braucht man das? Zusätzlich gibt es noch eine langsame Serienbildfunktion. Da macht die AW100 immerhin zehn Bilder in Folge und das alle 0,8 Sekunden, was einer Geschwindigkeit von rund 1,2 Bildern pro Sekunde entspricht. 

Ein wesentlicher Punkt von Outdoorkameras ist natürlich ihre Robustheit und Unempfindlichkeit gegen Wasser und Dreck. Was aber auch dazu gehört, dass die Knipsen auch noch im Winter bei ordentlichen Minusgraden funktionieren. Nikon und Olympus versprechen, dass ihre Kameras auch noch bei minus 10 Grad Celsius klaglos ihre Arbeit verrichten. Tja, das wollte ich doch dann genau wissen. Also beide Kameras ab ins Tiefkühlfach gepackt. Da ist es frostig und sogar deutlich unter 10 Grad. Zwei Tage habe ich die Knipsen drin liegen gelassen, damit sie auch ordentlich durchkühlen. 

Nach zwei Tagen hab ich die AW100 und TG-1 dann wieder aus ihrem eiskalten Gefängnis befreit. Und jetzt die entscheidende Frage: Gehen die Dinger an und vor allem machen sie auch Bilder? Also – Knöpfchen drücken und siehe da: Beide gehen an und machen sogar Fotos. Die Akkus haben nach zwei Tagen Frost nicht schlapp gemacht und die Kameras arbeiten ohne Probleme. Klasse! Ach ja und weil ich gerade dabei bin, habe ich die beiden dann auch mal fallen lassen. Aber auch das kann den Outdoor-Modellen nichts anhaben. Nicht mal einen Schramme ist zu finden.